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| Tierrechte,
was ist das?
Immer mehr Menschen kommen zu dem Schluss,
dass Tiere analog zu den Menschenrechten Tierrechte besitzen
sollten. Jeder Mensch der sich ein Haustier hält und
sich ausgiebig mit seinem tierischen Partner beschäftigt
muss zwangsläufig zu diesem Schluss kommen.
Bei den üblichen Haustierrassen, wie zum Beispiel Hunden
oder Katzen ist auch relativ viel Verständnis dafür
zu erwarten.
Was ist jedoch mit den Nutztieren?, mit den Wildtieren?
Hat der Mensch das Recht diese gegen ihren Willen zu seinem
Nutzen heranzuziehen?
Wildtiere einfach abzuschießen, wenn sie menschlichen
Interessen im Weg stehen?
Nutztiere unter oft tierquälerischen , artfremden Haltungsbedingungen
zu Lebensmitteln zu produzieren ?
Die Tierrechtsbewegung spricht den Menschen
dieses Recht ab und stützt sich dabei auf Forschungsergebnisse
der Ethologie (vergleichende Verhaltensforschung), wonach
alle Tiere eine Gefühlsebene besitzen, die der Menschlichen
vergleichbar ist.
Sie empfinden Schmerz, Trauer und Scham und
können ihren Gefühlen auch Ausdruck verleihen.
Menschliche und tierische Verhaltensabläufe sind nicht
nur mit Primaten vergleichbar, sondern
mit den meisten anderen Tierarten auch.
Die einfache Trennung in Menschen mit Menschenrechten
und Tieren ohne Rechte ist also nach
dem heutigen Wissensstand nicht mehr zulässig.
Das Erinnerungsvermögen und die Sozialstrukturen
von Schweinen, Elefanten und anderen Herdentieren, das Sprachvermögen
von Primaten, die Intelligenz von Vögeln und Delphinen,
sowie die vielschichtigen Fähigkeiten aller Tierarten,
wo laufend weitere Forschungsergebnisse bekannt werden, lassen
das menschliche Verhalten gegenüber seinen tierischen
Verwandten als beschämend menschenunwürdig erscheinen.
Allerdings haben Tiere in der heutigen vom
Menschen geprägten Weltordnung nicht die Möglichkeit
Ihre Rechte und Bedürfnisse durchzusetzen.
Genau das hat sich die Tierrechtsbewegung, in logischer Fortsetzung
der Menschenrechtsbewegung
des 19.und 20.Jahrhunderts,zur Aufgabe gemacht
ZITATE
bekannter Persönlichkeiten:
|
"Ich habe schon in jüngsten Jahren dem Essen
von Fleisch abgeschworen, und die Zeit wird kommen , da
die Menschen wie ich die Tiermörder mit gleichen
Augen betrachten werden wie jetzt die Menschenmörder." |
Leonardo
da Vinci |
"Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf
der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen
Ernährung!" |
Albert
Einstein |
"Wer einen Hund oder Affen, ja jedes höhere
Säugetier wirklich genau kennt und trotzdem nicht
davon zu überzeugen ist, daß dieses Lebewesen
ähnliches erlebt, wie er selbst, ist seelisch abnorm!" |
Konrad
Lorenz |
"Vom Tiermord zum Menschenmord ist nur ein Schritt!" |
Leo
Tolstoi |
Grüße
aus dem Hühnerhimmel
(von Doris Hofner-Foltin)
Grüß Gott, mein Name ist "GHANDI".
Ich kann mir jetzt gut vorstellen, wie sehr sie diese Überschrift
irritiert, aber in den nächsten Zeilen gebe ich eine ausführliche
Erklärung ab.
Seit zwei Wochen bin ich mit vielen geschlachteten oder in Legebatterien
verreckten Hühnern - es gibt keinen anderen Ausdruck dafür
- im Hühnerhimmel.
Unter uns gesagt, a bissl langweilig hier, denn man spricht
nur von und über die schrecklichen Folterungen und Zustände
in den Legeanstalten.
Wird sich eh nichts ändern, wenn die Menschen nicht endlich
zu uns Lebewesen halten und erkennen, daß wir leidensfähige
Geschöpfe sind.
Laut gackere ich es auf die Erde: "Auch wir brauchen Liebe,
Freiheit gutes Futter und grüne Wiesen
und natürlich einen Stall."
Viele Leute glauben, daß eine Käfighaltung ausreichend
sei, aber das ist ein himmelschreiender Irrtum.
Nun zu meiner Lebensgeschichte, die sie vielleicht und hoffentlich
nachdenklich stimmen wird.
Als ganz junges Hendl landete ich in einem Hühner - KZ.
Damals trug ich noch mit Stolz mein braunes glänzendes
Federkleid, das ich täglich stundenlang pflegte.
Man steckte uns zu fünft in einen ganz kleinen Käfig,
der nur aus Gitter bestand.
Damit unser Kot durchfällt war auch an ein bißchen
Stroh nicht zu denken.
Zum erstenmal in meinem Leben war ich richtig verzweifelt.
Wie sehr unsere Beine schmerzten, da wir mit unseren Krallen
im Draht hängen blieben, brauche ich wohl nicht wirklich
ausführlicher beschreiben.
An Schlaf war auch nicht zu denken da ständig eine Hendlkollegin
auf einem herumtaumelte.
Wir hatten keinen Platz und so stieg die Agression und wir rissen
uns die Federn aus.
Ich jammmerte um mein schönes Federkleid und einer Mitinsassin
wurde sogar ein Auge ausgepeckt.
Mein Frust war so groß, so daß ich mir die letzten
Federn selbst ausriß.
Mir war alles egal, ich wußte hier gibt es kein zurück.
Das Futter schmeckte nach Fisch, aber das war nicht anders zu
erwarten.
Immer öfter kam der Gedanke in mir auf: "Würden
uns die Konsumenten auch essen, wenn sie sehen würden wie
wir leiden und aussehen. Könnten sie unsere Eier essen,
wenn sie wüßten mit welchem Dreck wir gefüttert
werden?"
Soll das ein Hühnerleben sein?
Waren all die tollen Geschichen von Misthaufen kratzen, im Sand
baden und den Sonnenstrahlen die das
Gefieder so schön glänzen ließen alle nicht
wahr?
Jedoch passierte eines Tages etwas , das mein Leben verändern
sollte.
Ein großer stattlicher Mann drang mit Kamerateam von ATV
und einigen Aktivisten vom Verein gegen Tierfabriken in unser
KZ ein um zu dokumentieren wie die Zustände in solchen
Legebatterien sind.
"Tolle Sache, die traun sich was", dachte ich und
als dieser Gedanke so durch meinen Kopf ging, öffnete der
Mann unseren Käfig und nahm mich in seine starken Arme.
Kein schlechtes Gefühl - ich verspürte plötzlich
Geborgenheit und gleichzeitig hatte ich große Angst, daß
er mich wieder in den Käfig stopft.
Auch wurde die ganze Aktion gefilmt was mir gar nicht passte,
so nackt wie ich war.
Wie ich aus einem Gespräch vernommen habe, war der tolle
Typ Dr. Balluch.
Kleiner Tipp am Rande - diesen Namen sollte sich jedes Huhn
merken!
Von 29.000 Legehühnern wurden außer mir noch acht
Leidensgenossen befreit.
Obwohl ich nicht wußt was mit uns geschehen wird, wußte
ich instinktiv, daß es nur mehr aufwärts gehen kann.
Meine Kolleginnen und ich wurden in einen Transportkäfig
verfrachtet und auf gings in das neue große
Abenteuer LEBEN.
"Ob ich endlich einen Misthaufen zu sehen bekomme ?"
dachte ich.
Wir neun Hendln waren so aufgeregt , sodaß sogar eine
von uns ein Ei legte.
Was ich vergessen habe zu erwähnen - wir alle hatten die
rote Vogelmilbe, die wir schwesterlich mit unseren Rettern teiten
und ihnen auch einige viele im Auto zurück ließen.
Nach längerer Fahrt blieben wir stehen und wurden ausgeladen.
Ich sah eine Menge verschiedener Tiere und ein Hund fiel mir
durch lautes Gekeife besonders auf.
Noch nie sah ich solche Wiesen und es roch nicht nach Hendlsch...
., sondern nach Wald und Blumen .
Harald und Doris vom Tierparadies Schabenreith nahmen uns in
Empfang und ich dachte, daß sie uns jetzt zum Misthaufen
bringen, aber nix da, die Tierärztin verordnete totale
Isolierung, wegen unserer depperten Milben.
So kamen wir in einen Raum wo bereits Futter und Wasser vorbereitet
war und auch Sitzstangen waren vorhanden.
Zunächst probierten wir aus wie das Gefühl gehen zu
können ist, und einige von uns begannen mit
Scherrbewegungen, das alle Beteiligten zu Begeisterungsstürmen
hinriß.
Ein komisches Gefühl war es schon , wieder festen Boden
unter den Fußen zu haben.
Wir nahmen unser Futter ein und schliefen unter den Wärmelampen
total erschöpft, aber sehr, sehr glücklich ein.
Nicht nur wir waren k.o., auch unsere Lebensretter waren erschöpft.
Da half auch der Kaffee von Doris nix.
Zwei Wochen vergingen und ich wurde immer müder und eines
Tages wachte ich mit tollem Federkleid im
Hühnerhimmel auf.
Super jetzt war ich auch noch tot.
"Mir bleibt aber auch gar nichts erspart" dachte ich.
So konnte ich meine Kolleginnen Salmonelle und Co nur aus der
Entfernung beobachten und ich kann ihnen sagen, nicht schlecht
was die da auf der Erde erleben.
"Sex and the City" ist ein Schmarrn dagegen.
Meine acht Freundinnen sind nun in eine neue Wohnung ins Grüne
übersiedelt - mietefrei versteht sich.
Nobel, nobel geht die Welt zugrunde, denn Alexander , der neue
Gehilfe auf Schabenreith hat dem Federvieh einen Legestand gebaut,
wo Night Club drauf steht und ab Mitternacht Men - Table - Dance
angeboten wird.
Das gibt es hier im Hühnerhimmel leider nicht ......SCHADE
!
Natürlich traute sich nur Kollegin "Salmonelle "
in die Wiese, denn sie ist die Frechste von der Weiberbande.
Seit einer Woche maschieren alle acht den ganzen Tag gackernd
umher legen Eier und tun so als sei es die selbstverständlichste
Sache der Welt, als Huhn so leben zu dürfen.
IST ES ABER NICHT !!!! - und gedenken wir bitte den 29.000 Hühnern,
wo ich herkomme und gedenken wir bitte aber auch den Millionen
Hendln, die ebenso in diesen Hühner - KZ s leben müssen
und leben werden, wenn die Menschen nicht lernen, ENDLICH umzudenken.
Übrigens, weder Harald noch Alexander und schon gar nicht
Dr. Balluch haben je um Mitternacht vor meinen Kolleginnen getanzt.
Leider, denn der Alex ist ganz schön knackig, die anderen
beiden sind zwar schon ein bissl überwutzelt,
aber besser als gar nichts.
Seit einigen Tagen versuche ich auch Schwung in die himmlische
Bude zu bringen und daher schließe ich für heute
diesen Berichtund sende ihnen ein herzliches Gegacker.
ihr neuntes
Huhn GHANDI
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