Das Tierparadies Schabenreith ist durchgehend im Einsatz

Alle paar Stunden treffen im Tierparadies Schabenreith Rehkitze ein, denn das Tierheim ist auch eine Auffang- und Pflegestation für Wildtiere. Die Jungtiere sind blind, wenige Tage alt, krank oder durch landwirtschaftliche Mähmaschinen verletzt.

Verletzte Rehkitze im Stundentakt

Die Frühlingszeit ist für das Team des Tierparadies Schabenreith eine sehr stressige Zeit, denn sie bringt verletzte Wildtierkinder zu Hauf mit sich. Den Anfang machte ein wenige Tage altes Rehkitz mit Darmentzündung, das medizinisch intensiv betreut werden musste. Kurz darauf folgte ein blindes Rehkitz, dem beide Augäpfel fehlten, wobei die Verletzungen bereits einige Wochen alt waren.

LUIGI

Vergangenen Sonntag traf ein Bockkitz mit inneren Blutungen und starken Schmerzen ein, das auf den Namen LUIGI getauft wurde. Das Sorgenkind nahm zunächst das Fläschchen nicht an, dabei ist die Aufnahme einer ausreichenden Menge Milch gerade bei jungen Tieren lebenswichtig. Wir weisen dringend darauf hin, dass auf gar keinen Fall Kuhmilch gegeben werden darf, da dies zu Durchfall und Bauchkrämpfen bis zum Tod führen kann. Harald Hofner erklärt, was bei Fund eines verletzten oder kranken Wildtieres zu tun ist: „Bei der Versorgung verletzter Tiere sind oft Minuten entscheidend. Bitte kontaktieren sie sofort die örtliche Tierrettung oder bringen Sie das Tier zum Tierarzt.“

PÜR-REH

Der gestrige Notfall ist besonders herzzerreißend: Ein Rehkitz mit nur drei Beinen. Eine Mähmaschine hatte das rechte Hinterbein abgetrennt und auch die Wirbelsäule verletzt. Junge Kitze haben bis zur vierten Lebenswoche noch keinen Fluchtinstinkt, viele sterben jedes Jahr einen vermeidbaren Tod. Das Tierparadies appelliert dringend an alle Landwirt*innen, vor dem Mähen die Felder nach Rehkitzen abzusuchen oder diese mittels Drohnen mit Wärmebild- bzw. Infrarotkameras aufzuspüren. Jäger*innen und auch das Tierparadies Schabenreith helfen hier gerne.

Das dreibeinige Rehkitz PÜR-REH hat die Amputation und die Narkose gut überstanden, der Kampf kann also weitergehen. Die Aufzucht von Rehkitzen erfordert Fachwissen und Durchhaltevermögen, denn alle zwei Stunden muss gefüttert werden. Schlafen ist für das Ehepaar Hofner-Foltin nun für längere Zeit ein Fremdwort geworden.

Bitte unterstützt unsere Tierrettung mit einer Spende, damit wir weiterhin Tieren in Not helfen können!